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Ju52 - Mythos, Legende oder einfach nur Freude am Fliegen
von Walter Plücken

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Jualt

Seit mehr als 15 Jahren beschäftige ich mich nun schon hobbyhalber mit dem Phänomen JU52.
Anfangs konnte ich nicht glauben, wie man an einer "Maschine" - einem alten Flugzeug - so hängen kann.

Doch im Laufe der Jahre wurde mir bewusst, warum das so ist. In Gesprächen mit Veteranen der Luftfahrt, mit älteren Herren, die ihre Geschichte erzählten über diese Maschine und noch einmal damit fliegen wollten, erlebte ich ein Stück Luftfahrtgeschichte.
Man erzählte von der Zuverlässigkeit der Maschine, von Einsätzen im Krieg als Transport- und Sanitätsflugzeug, wo diese Maschine total überladen verletzte Soldaten aus dem Kriegsgebiet aufnahm und in Sicherheit brachte. Man erzählte von einer Maschine - "der JU 52" - so, als wäre sie "lebendig", man sprach von der "Tante Ju" wie von einer guten alten Freundin.
Ich habe mir viele dieser Geschichten angehört und konnte sehen, mit welchen Gefühlen sie erzählt wurden, und langsam wurde mir bewusst, dass diese Maschine für unsere Väter und z. T. Großväter ein Stück positive Erinnerung auf ihrem Lebensweg war. Doch wenn man nun denkt, dass heute nur ältere Semester der Erinnerung wegen mit dieser Maschine fliegen, so hat man weit gefehlt. Die alte Tante "über 60 Jahre" ist auch für das jüngere Publikum eine Attraktion. Mit einem Lächeln über die "Wellblechkiste" stieg so mancher junge Passagier zum Rundflug ein, doch nach dem Flug musste er zugeben, dass die alte Tante ein Fluggefühl vermittelt, das eben nur in so einem Klassiker möglich ist. "Es ist wie VW-fahren in der Luft" sagte ein jüngerer Passagier, und viel besser kann man es wohl nicht beschreiben.
Mit Tempo 120-190 km/h und in einer Flughöhe, die jedes Fotografenherz euphorisch stimmt, fliegt die Maschine mit ihrem unverwechselbaren Sound über die Landschaft, und es ist ein "MUSS" für jeden Passagier, das Cockpit zu bestaunen, wo neben den modernen Instrumenten die klassische Instrumententafel natürlich so weit wie möglich erhalten ist. Ein Rundflug mit der JU 52 ist schon etwas Besonderes, und so mancher Passagier wiederholte schon in Abständen dieses Vergnügen.
"Man ist wie von einem Virus infiziert", erklärte mir ein jüngerer Herr, der auch Geschichten von seinem Vater erzählt bekommen hatte. Er buchte sich sofort für die nächste Saison wieder ein und wollte nun noch mehr Informationen über das Flugzeug haben.
Meiner Meinung nach ist diese Maschine Geschichte und ein Stück Kulturgut, das so lang wie möglich erhalten werden sollte. Und bei "Erhalten werden sollte" spreche ich nicht von "Ab ins Museum" sondern "Ein Flugzeug sollte fliegen!". Erst bei einem Flug kann man die Geschichten der Väter und die Legende um die JU52 richtig verstehen.
Nun habe ich in meinem Artikel immer von einer JU52 geschrieben und eigentlich nicht beschrieben, was das nun genau für ein Flugzeug ist, denn manche Menschen hatten bislang nicht das Vergnügen, die alte Dame kennenzulernen. Keine Bange - ich hole es gleich nach.
"Vater" der JU52 ist Prof. Hugo Junkers (geb. 03.02.1859 in Rheydt, gest. 03.02.1935 in Gauting bei München). Er konstruierte das erste Ganzmetall-Flugzeug der Welt.
Die JU52 wurde zwischen 1932 und 1952 ca. 5000 mal in verschiedenen Ausführungen gebaut.
Heute sind auf der ganzen Welt noch 6 oder 7 Maschinen flugfähig. In der Schweiz bei der JU-AIR sind zur Zeit 4 Maschinen im Einsatz, und in Deutschland dreht die Ju 52 der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung an verschiedenen Orten von Mai bis Oktober ihre Runden.
Wenn Sie selbst interessante Berichte haben, so schreiben Sie mir oder schicken diese per E-mail.

Postanschrift: Flugvermittlung Plücken, Burgfreiheit 36, 41199 Mönchengladbach